Vogelfütterung verändert Aussehen und Verhalten der Grasmücken
05 Dez 2009 Hinterlasse einen Kommentar
in Neuigkeiten, Wissen Schlagworte: Singvögel, Vogelfütterung, Wissenschaft, Zugvögel

Mönchsgrasmücken passen sich an Meisenknödel-Beute an
Deutsche und kanadische Wissenschaftler stellten fest: die Fütterung von Menschenhand beeinflusst innerhalb weniger Generationen das Verhalten und Aussehen einer Vogelart, hier: der Mönchsgrasmücke.
Es dauerte “nur” 50 Jahre, und schon hatten Mönchsgrasmücken, die in Großbritannien überwintern und dort im Land der Vogelfreunde enthusiastisch gefüttert werden, ihren Körperbau auf das zuverlässig vorhandene Fettfutter umgestellt: sie haben kürzere Schwingen und schmale längere Schnäbel.
Auch deutliche genetische Unterschiede zu einer spanischen Überwinterungsgruppe, die ihre Nahrung noch mühsam selbst suchen muss, konnten von den Wissenschaftlern um Gregor Rolshausen festgestellt werden.
Sie vermuten, dass sich die Grasmücke bald in zwei Arten aufteilen könnte.
Quellen:
Current Biology
Zugvögel “sehen” Magnetfeld der Erde
29 Okt 2009 Hinterlasse einen Kommentar
in Neuigkeiten Schlagworte: Wissenschaft, Zugvögel
Zugvögel orientieren sich auf ihren Routen hauptsächlich am Magnetfeld der Erde. Nun haben Forscher herausgefunden, dass die Tiere diese für uns “unsichtbaren Kräfte” wohl tatsächlich sehen können.
Quellen:
SPIEGEL online: Navigation: Zugvögel können Magnetfeld der Erde sehen
Nature: Visual but not trigeminal mediation of magnetic compass information in a migratory bird
Die Krähen und die Wasserkrüge
11 Aug 2009 Hinterlasse einen Kommentar
in Neuigkeiten, Wissen Schlagworte: Intelligenz, Rabenvögel, Wissenschaft
Sehr erfreuliches aus der Welt der Wissenschaften: nun konnten Forscher also endlich einmal Krähen dabei beobachten, wie sie gezielt Steine in Gefäße mit Wasser warfen, um an die darin schwimmenden Leckerbissen zu kommen. Mithilfe der Steine hoben die Krähen den Wasserpegel an und benutzten anfangs die größeren Brocken, um den Aufwand so gering wie möglich zu halten (wenn das mal nicht die Grundlagen der Wirtschaft sind
).
Wer parallel dazu das Buch von Jonathan Balcombe, “Tierisch vergnügt”, liest, fühlt sich also nur bestätigt in der Annahme, dass Tiere “denken” können, um es mal ganz platt auszudrücken. Umso schöner also, dass diese Erkenntnis, die so mancher Tierfreund seit Jahren hegt, sich endlich in der Denke der sog. “Wissenschaftler” ausbreitet.
Meine bescheidenen Gedanken dazu:
Umso trauriger ist jedoch die wohl auf ewig festgefahrene Einteilung der Tierwelt in “Exemplare, die bewusst handeln” und solche, die es nicht können. Ich bin der Meinung, dass jedes Lebewesen (viele Menschen eingeschlossen) “bewusst” handeln kann, sonst könnte es in der sich ständig ändernden Umgebung nicht überleben.
Es ist ein trauriges Beispiel für die “kluge Menschheit”, noch immer anzunehmen, Nicht-Menschliches Leben sei wertlos.
Quelle:
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/hintergrund/306118.html
Neuer Vogel entdeckt
30 Jul 2009 Hinterlasse einen Kommentar
in Neuigkeiten, Wissen Schlagworte: Asien, Bülbül, Entdeckungen, Singvögel, Wissenschaft
Ein seltsamer Singvogel mit “Glatze”, der in einer rauen Region in Laos lebt, wurde während eines von der Minengesellschaft MMG gegründeten und verwalteten Projekts von Wissenschaftlern der Wildlife Conservation Society (WCS) und der Universität Melbourne entdeckt.
Die Art wurde wegen der fehlenden Kopfbefiederung “Bare-faced Bulbul” (Pycnotus hualon) genannt. Es ist das einzige Exemplar von glatzköpfigen Singvögeln auf dem asiatischen Kontinent und die erste neue Spezies der Bülbül – einer Familie, die etwa 130 Arten umfasst -, die seit 100 Jahren in Asien entdeckt wurde. Eine Beschreibung der neuen Art wurde im Juli in “Forktail”, dem Magazin des Oriental Bird Club, veröffentlicht.
“Das ist eine aufregende Nachricht und eine großartige Entdeckung”, sagt Dr. Lincoln, der Koordinator von BirdLife Global Important Bird Area. “Sie hebt die Wichtigkeit dieser Region für Vögel und Biodiversität hervor.”
Der drosselgroße Vogel ist olivgrün gefärbt, hat eine helle Brust, ein markantes federloses rosa Gesicht mit bläulicher Haut um das Auge bis zum Schnabel und einer schmalen Linie haarähnlicher Federn am Kopf.
Der Vogel scheint hauptsächlich auf Bäumen zu leben und wurde in einem spärlich bewaldeten Gebiet mit Kalkstein-Karst gefunden – eine wenig besuchte Region, die für ungewöhnliche Entdeckungen bekannt ist.
“Seine offenkundige Beschränkung auf eine eher unwirtliche Region hilft uns zu erklären, warum solch ein außergewöhnlicher Vogel mit auffälligen Verhalten und einem markanten Rufen so lange Zeit unentdeckt blieb”, sagt Iain Woxvold von der Universitat Melbourne und Autor des Blattes.
Glücklicherweise fällt ein Großteil des vom Bülbül vorgezogenen Lebensraums in die gesetzlich geschützte Region von Laos. Jedoch zeichnet sich die Gewinnung von Kalkstein als eine mögliche Bedrohung der Wildtiere dieser Gegend ab, zusammen mit der Umgestaltung des Landes für landwirtschaftliche Nutzung.
2002 beschrieb Rob Timmins von der WCS mit der Kha-nyou oder Laotische Felsenratte (Laonastes aenigmamus) in derselben Region eine neu entdeckte Art von Nagern, die so ungewöhnlich sind, dass sie als die letzten Überlebenden einer ansonsten ausgestorbenen Gattung gelten.
Credits: WCS, Oriental Bird Club
Quellen:
http://www.birdlife.org/news/news/2009/07/new_bulbul.html
I.A. Woxvold, J. W. Duckworth and R. J. Timmins. 2009. An unusual new bulbul (Passeriformes: Pycnonotidae) from the Limestone karst of Lao PDR. Forktail 25: 1-12.



