Am Himmel nichts Neues

Im Moment ist es ruhig in der hiesigen Vogelwelt. Stare und Rauchschwalben sammeln sich bereits. Mauersegler sind hier nicht mehr da – jedenfalls habe ich die letzten Tage keine mehr gehört.

Auch im Garten kommt das Vogelleben etwas zum Erliegen. Einzig die Goldammer ruft unverzagt ihr “Wie-wie-wie-hab-ich-dich-liiiiieb” :lol: Aber dieser Sound gehört für mich zum Spätsommer wie die Mauersegler-Rufe zum Frühsommer ;)

Der Sperber hat sich im Garten auch wieder blicken lassen, und zwar so dermaßen, dass er mir beinahe einen Scheitel gezogen hätte… ich konnte das Gelbe in seinen Augen sehen :shock: Ein wendiges Kerlchen ist das, dreht einen Salto in der Luft mit breit gefächertem Schwanz, dass einem ganz schwindelig wird… Gefangen hat er wohl eine Amsel, denn während des hektischen Ausweichmanövers trudelten ganze Flocken von schwarzen Federn zu Boden.
Hören kann man ihn beinahe jeden Tag im Garten.

Auch der Rotmilan kam immer wieder mal vorbei, erst vor kurzem wieder, als ein Bauer seine Futterwiese gemäht hat. Da sind Rotmilane gern zur Stelle, um die schnabelgerecht zersägten Mäuse aus dem Heu zu fischen :mrgreen:
Kritisch wird’s für die edlen Greife erst dann, wenn sie UNBEDINGT das Aas erbeuten wollen, das da so handlich zermatscht auf der Straße klebt… Da sind Kollisionen mit Windschutzscheiben vorprogrammiert.

Leider trifft es ja meistens die Bussarde. Braune Federhaufen liegen dann zuweilen en masse entlang der Autobahnen und Schnellstraßen :( Ein trauriger Anblick ist das, wenn die Autos vorbeibrettern und die toten Federn im Wind wirbeln.
Da ist es doch viel schöner, den lebendigen Vögeln beim gemächlichen Auftreiben in den Luftströmungen zuzuschauen :) Solange es noch geht, versteht sich, denn Rotmilane verlassen über Winter unser schönes Land und kehren erst im März wieder zurück.

das Rotkehlchen

Rotkehlchen im Winter

Das Rotkehlchen, Erithacus rubecula, ist wohl der possierlichste Gartenvogel unserer Heimat.

Unverwechselbar ist das Rotkehlchen, denn der Name ist Programm: erwachsene Männchen wie Weibchen präsentieren eine rotorange Brust. Die auffällige Färbung dient zur Verteidigung des Reviers und wird dem Eindringling drohend entgegengestreckt.

Dem Rotkehlchen habe ich den 2. Teil meiner “Sammlungen” gewidmet. Hier findet Ihr Geschichten, Gedichte, Wissenswertes und Sagen & Legenden rund um das Rotkehlchen.

Der Name
“rubecula” bedeutet “Rötchen”, und schon im Althochdeutschen erhielt der kleine Vogel seinen Namen aufgrund der Roten Brust: “rotil” hieß es schon damals und wurde im 16. Jahrhundert “Rötele” genannt.
Es gibt Unmengen regionaler Namen für das Rotkehlchen, die aufzeigen, wie bekannt und beliebt der Gartenvogel ist.

Weitere weltweite Namen des Rotkehlchens
Englisch: European Robin
Dänisch: Rødhals
Spanisch: Petirrojo Europeo
Finnisch: punarinta
Französisch: Rougegorge familier
Isländisch: Glóbrystingur
Italienisch: Pettirosso europeo
Japanisch: yo-roppakomadori
Niederländisch: Roodborst
Polnisch: rudzik
Portugiesisch: Pisco-de-peito-ruivo
Schwedisch: Rödhake

Quellen
Wikipedia
NABU

Vogelfütterung verändert Aussehen und Verhalten der Grasmücken

Mönchsgrasmücken passen sich an Meisenknödel-Beute an

Deutsche und kanadische Wissenschaftler stellten fest: die Fütterung von Menschenhand beeinflusst innerhalb weniger Generationen das Verhalten und Aussehen einer Vogelart, hier: der Mönchsgrasmücke.

Es dauerte “nur” 50 Jahre, und schon hatten Mönchsgrasmücken, die in Großbritannien überwintern und dort im Land der Vogelfreunde enthusiastisch gefüttert werden, ihren Körperbau auf das zuverlässig vorhandene Fettfutter umgestellt: sie haben kürzere Schwingen und schmale längere Schnäbel.

Auch deutliche genetische Unterschiede zu einer spanischen Überwinterungsgruppe, die ihre Nahrung noch mühsam selbst suchen muss, konnten von den Wissenschaftlern um Gregor Rolshausen festgestellt werden.
Sie vermuten, dass sich die Grasmücke bald in zwei Arten aufteilen könnte.

Quellen:

  • Current Biology
  • Neuer Vogel entdeckt

    Ein seltsamer Singvogel mit “Glatze”, der in einer rauen Region in Laos lebt, wurde während eines von der Minengesellschaft MMG gegründeten und verwalteten Projekts von Wissenschaftlern der Wildlife Conservation Society (WCS) und der Universität Melbourne entdeckt.

    Die Art wurde wegen der fehlenden Kopfbefiederung “Bare-faced Bulbul” (Pycnotus hualon) genannt. Es ist das einzige Exemplar von glatzköpfigen Singvögeln auf dem asiatischen Kontinent und die erste neue Spezies der Bülbül – einer Familie, die etwa 130 Arten umfasst -, die seit 100 Jahren in Asien entdeckt wurde. Eine Beschreibung der neuen Art wurde im Juli in “Forktail”, dem Magazin des Oriental Bird Club, veröffentlicht.

    “Das ist eine aufregende Nachricht und eine großartige Entdeckung”, sagt Dr. Lincoln, der Koordinator von BirdLife Global Important Bird Area. “Sie hebt die Wichtigkeit dieser Region für Vögel und Biodiversität hervor.”

    Der drosselgroße Vogel ist olivgrün gefärbt, hat eine helle Brust, ein markantes federloses rosa Gesicht mit bläulicher Haut um das Auge bis zum Schnabel und einer schmalen Linie haarähnlicher Federn am Kopf.

    Der Vogel scheint hauptsächlich auf Bäumen zu leben und wurde in einem spärlich bewaldeten Gebiet mit Kalkstein-Karst gefunden – eine wenig besuchte Region, die für ungewöhnliche Entdeckungen bekannt ist.

    “Seine offenkundige Beschränkung auf eine eher unwirtliche Region hilft uns zu erklären, warum solch ein außergewöhnlicher Vogel mit auffälligen Verhalten und einem markanten Rufen so lange Zeit unentdeckt blieb”, sagt Iain Woxvold von der Universitat Melbourne und Autor des Blattes.

    Glücklicherweise fällt ein Großteil des vom Bülbül vorgezogenen Lebensraums in die gesetzlich geschützte Region von Laos. Jedoch zeichnet sich die Gewinnung von Kalkstein als eine mögliche Bedrohung der Wildtiere dieser Gegend ab, zusammen mit der Umgestaltung des Landes für landwirtschaftliche Nutzung.

    2002 beschrieb Rob Timmins von der WCS mit der Kha-nyou oder Laotische Felsenratte (Laonastes aenigmamus) in derselben Region eine neu entdeckte Art von Nagern, die so ungewöhnlich sind, dass sie als die letzten Überlebenden einer ansonsten ausgestorbenen Gattung gelten.

    Credits: WCS, Oriental Bird Club

    Quellen:

    http://www.birdlife.org/news/news/2009/07/new_bulbul.html

    I.A. Woxvold, J. W. Duckworth and R. J. Timmins. 2009. An unusual new bulbul (Passeriformes: Pycnonotidae) from the Limestone karst of Lao PDR. Forktail 25: 1-12.