1. Weltseevögel-Konferenz
03 Feb 2010 Hinterlasse einen Kommentar
in Neuigkeiten Schlagworte: Seevögel, Vogelschutz
Aus dem Tagungsprogramm:
Obwohl weltweit zahlreiche professionell arbeitende Seevogelgruppen und -gesellschaften aktiv sind, die Studien erstellen und den Erhalt fördern, mangelt es noch immer an einer globalen Zusammenkunft von Seevogelforschern, Umweltschützern und Politikern.
Das Ziel dieser ersten Weltseevogel-Konferenz (WSC) ist es, diese Gelegenheit zur Verfügung zu stellen und damit das Bewusstsein, den Fokus und die Aufmerksamkeit auf die Seevögel dieser Welt zu lenken.Ein erfolgreiches WSC stellt einen Plan für Seevogelwissenschaft, Informationsverwaltung und -austausch und Management-/Erhaltungstätigkeiten für die folgende Dekade zur Verfügung.
Die WSC findet statt vom 07.-11. September 2010 in Victoria/Kanada.
Der Hauptfokus liegt auf dem Zusammenspiel von Seevögeln, Klimaveränderung, Fischerei und Vogelschutz.
Weitere Informationen:
Látrabjarg (IS)
13 Aug 2009 Hinterlasse einen Kommentar
in Beobachtungsgebiete Schlagworte: Birdwatching, Island, Seevögel
Mit dem Látrabjarg auf Island möchte ich meine neue Rubrik “Vogelbeobachtungsgebiete” einweihen.

Látrabjarg liegt am westlichsten Zipfel Westisland
Látrabjarg, das ist eine knapp 14 km lange Steilküste, die sich über 400 m aus dem Meer erhebt. In der Nähe liegt Bjargtangar, der westlichste Punkt Islands und damit auch Europas.
Látrabjarg kann mit mehreren Besonderheit aufwarten: er ist einer der größte Vogelfelsen Islands, auf ihn nisten zutrauliche Papageitaucher, und er beherbergt die weltweit größte Lummen-Kolonie.

Die Steilklippen von Látrabjarg beherbergen Tausende von Seevögeln
Anfahrt:
Von Reykjavik aus fährt man mithilfe des Walfjordtunnels schnurstracks nach Stykkisholmur, wo man die Autofähre “Baldur” (Reservierung im Voraus nötig) nach Brjanslaekur nimmt. Die Überfahrt mit kurzem Zwischenstopp auf Flatey dauert ca. 3 Stunden, an Bord gibt es eine gute Gastronomie (die Hamburger sind sehr zu empfehlen!)
Vom Brjanslaekur-Anleger biegt man links auf die Straße 62 ein und folgt ihr über die Kleifaheiði, einem Bergpass in 400 m Höhe. Nach dem Abstieg ins Tal geht links die Straße 612 ab Richtung Breiðavík, die nach kurzer Zeit zu einer Schotterpiste wird (aber ohne Probleme auch mit Kleinwagen befahren werden kann).
Man folgt der Straße bis an ihr Ende, bis man buchstäblich im Meer landet. Die Straße endet am Leuchtturm von Bjargtangar; dort gibt es Parkmöglichkeiten.
Die Fahrt vom Fähranleger Brjanslaekur bis zum Leuchtturm Bjargtangars dauert für Ungeübte ca. 3-4 Stunden.
Die Klippen von Látrabjarg beginnen direkt am Leuchtturm. Hier können bereits die ersten Papageitaucher-Kolonien bewundert werden.
Die Papageitaucher und ihre Bruthöhlen reihen sich entlang der Abbruchkante dicht unter dem Gras auf.
Vorsicht beim Betreten der Klippen! Durch die Bruthöhlen und den zeitweise starken Wind besteht Absturzgefahr!
Man kann den ausgetretenen Pfaden hoch auf die Klippen folgen, wo es viele Beobachtungsmöglichkeiten für Papageitaucher, Dickschnabellummen, Trottellummen, Tordalke, Eissturmvögel, Dreizehenmöwen und natürlich deren Nester gibt.
Die Vögel sind alle sehr zutraulich und lassen einen nahe an sich herankommen bzw. lassen sich an ihren Nestern kaum stören, wenn man nicht zu aufdringlich wird.
Sehr gut lässt sich dann das Sozialverhalten der Tiere beobachten: nistende Möwen, die auf Ankunft und Futter ihrer Partner warten, sich gegenseitig kraulende Lummen, Papageitaucher im sog. Schmetterlingsflug, Unmengen von Möwen und Eissturmvögeln, die sich von den Aufwinden der Klippen tragen lassen und so knapp über einen hinwegsegeln.
Geht man vom Parkplatz aus ein Stück der Straße entlang und hält die Augen offen, kann man viele Singvögel und Watvögel beobachten, die genauso zutraulich scheinen wie die Alke an den Klippen: Schneeammern, Goldregenpfeifer und Steinschmätzer, auch das “Juwel” unter den Vögel Islands, die seltene Spornammer, entdeckt man hier in den kargen Wiesen. Voraussetzung dafür ist viel Zeit und Muße.
Es empfiehlt sich daher, sich für die Beobachtungen am Látrabjarg mindestens einen halben Tag lang Zeit zu nehmen.

Papageitaucher sind am Látrabjarg überaus zutraulich
Im Folgenden noch ein paar Tipps rund um den Látrabjarg:
- Beste Beobachtungszeit: frühmorgens oder abends ab 17 Uhr. Tagsüber sind die Papageitaucher auf dem Meer. Eine Besonderheit sind Mitternachtsbeobachtungen um die Sonnenwende im Juni herum.
- Verhalten: Man kann sich einen Platz nahe der Klippen suchen, wo viele Papageitaucher landen. Eine Sitzunterlage ist zu empfehlen. Verhält man sich ruhig, kommen die Vögel von selbst heran, landen in der Nähe im Gras, ruhen sich vor den Höhlen aus oder beäugen einen interessiert.
- “Nachbarschaft”:
Geht man die Klippen weiter herauf, kommt man an die Rastplätze der Tordalken. Diese ruhen sich meist direkt neben den dort brütenden Papageitauchern aus.
Die Straße zum Látrabjarg führt durch eine Seeschwalben-Kolonie. Bitte vorsichtig fahren, die Tiere sitzen gerne auf dem Schotter.
Mit einem Spektiv kann man auch tagsüber die Tiere auf dem Meer beobachten und nach Besonderheiten wie den Raubmöwen suchen, die den Alken gerne die Fische abluchsen. - Seehunde: An den Klippen unterhalb des Leuchtturms gibt es eine Seehund-Bank. Fernglas od. Spektiv erforderlich.
- Toiletten: Es gibt ein kleines Toilettenhäuschen in der Nähe. Dazu muss man die Straße vom Leuchtturm zurück- und um die erste Klippe herumfahren/-gehen. Rechts der Straße liegt ein kleiner Parkplatz mit einem Sehenswürdigkeiten-Schild. Die freie Wiese dahinter ist als Campingplatz benutzbar, und auf ihr steht die Rettung aller “druckgeplagten” Besucher: ein kleines grünes Häuschen, rechts Weiblein, links Männlein. Entgegen dem dort angebrachten Schild handelt es sich hierbei NICHT um eine Sehenswürdigkeit, sondern um die örtliche Toilette mitsamt Abfalleimer.
- Übernachtung: Eine halbe Stunde Autofahrt von Látrabjarg entfernt liegt das Landhotel Breiðavík (Zimmer und Camping). Auf der anderen Seite des Landzipfels liegt das Hotel Látrabjarg. Hartgesottene können auch auf dem Campingplatz ihr Zelt aufbauen.
- Nützliches im WWW:
Hier ist der Link zu Beobachtungsdaten von Látrabjarg in naturgucker.de



