Spuren

Wintermärchen

Auf dem Baum vor meinem Fenster
Saß im rauhen Winterhauch
Eine Drossel, und ich fragte:
»Warum wanderst du nicht auch?

Warum bleibst du, wenn die Stürme
Brausen über Flur und Feld,
Da dir winkt im fernen Süden
Eine sonnenschöne Welt?«

Antwort gab sie leisen Tones:
»Weil ich nicht wie andre bin,
die mit Zeiten und Geschicken
Wechseln ihren leichten Sinn.

Die da wandern nach der Sonne
Ruhelos von Land zu Land,
Haben nie das stille Leuchten
In der eignen Brust gekannt.

Mir erglüht’s mit ew’gem Strahle
– Ob auch Nacht auf Erden zieht –,
sing’ ich unter Flockenschauern
Einsam ein erträumtes Lied.

Wundersamer Trost der Schmerzen!
Doch nur jene kennen ihn,
Die in Nacht und Sturm beharren
Und vor keinem Winter fliehn.

Dir auch leuchtet hell das Auge;
Deine Wange zwar ist bleich;
Doch es schaut der Blick nach innen
In das ew’ge Sonnenreich.

Laß uns hier gemeinsam wohnen,
Und ein Lied von Zeit zu Zeit
Singen wir von dürrem Aste
Jenem Glanz der Ewigkeit.«

Otto Ernst


Am Himmel nichts Neues

Im Moment ist es ruhig in der hiesigen Vogelwelt. Stare und Rauchschwalben sammeln sich bereits. Mauersegler sind hier nicht mehr da – jedenfalls habe ich die letzten Tage keine mehr gehört.

Auch im Garten kommt das Vogelleben etwas zum Erliegen. Einzig die Goldammer ruft unverzagt ihr “Wie-wie-wie-hab-ich-dich-liiiiieb” :lol: Aber dieser Sound gehört für mich zum Spätsommer wie die Mauersegler-Rufe zum Frühsommer ;)

Der Sperber hat sich im Garten auch wieder blicken lassen, und zwar so dermaßen, dass er mir beinahe einen Scheitel gezogen hätte… ich konnte das Gelbe in seinen Augen sehen :shock: Ein wendiges Kerlchen ist das, dreht einen Salto in der Luft mit breit gefächertem Schwanz, dass einem ganz schwindelig wird… Gefangen hat er wohl eine Amsel, denn während des hektischen Ausweichmanövers trudelten ganze Flocken von schwarzen Federn zu Boden.
Hören kann man ihn beinahe jeden Tag im Garten.

Auch der Rotmilan kam immer wieder mal vorbei, erst vor kurzem wieder, als ein Bauer seine Futterwiese gemäht hat. Da sind Rotmilane gern zur Stelle, um die schnabelgerecht zersägten Mäuse aus dem Heu zu fischen :mrgreen:
Kritisch wird’s für die edlen Greife erst dann, wenn sie UNBEDINGT das Aas erbeuten wollen, das da so handlich zermatscht auf der Straße klebt… Da sind Kollisionen mit Windschutzscheiben vorprogrammiert.

Leider trifft es ja meistens die Bussarde. Braune Federhaufen liegen dann zuweilen en masse entlang der Autobahnen und Schnellstraßen :( Ein trauriger Anblick ist das, wenn die Autos vorbeibrettern und die toten Federn im Wind wirbeln.
Da ist es doch viel schöner, den lebendigen Vögeln beim gemächlichen Auftreiben in den Luftströmungen zuzuschauen :) Solange es noch geht, versteht sich, denn Rotmilane verlassen über Winter unser schönes Land und kehren erst im März wieder zurück.

Wie man aus einem Garten ein Vogelparadies macht: die Grundlagen

Bald schon darf ich mich stolze Gartenbesitzerin nennen, und dieser Garten wird (natürlich) vogelgerecht eingerichtet.

Das Grundstück ist umgeben von Feldern, in der Nähe gibt es Wald – aber keinen Fluss und keinen Bach. Eine Vogeltränke ist also ein Muss.

Desweiteren wollen wir natürlich Brutvögel anlocken, da kommen div. Nistkästen in Frage. Da jede Vogelart gewisse Ansprüche an die Ausführung und Ausstattung der Kästen stellt, wollen wir erst feststellen, welche Vögel denn nun genau hier vorkommen. Mit Meisen kann man eigentlich immer rechnen, die sind allgegenwärtig.

Das Beste, was man den Vögeln im eigenen Garten bieten kann sind entsprechende Pflanzen, die einen hohen Nähr- und Nistwert für Vögel haben. Als da wären u.a. die bekannte Eberesche, auch Vogelbeere genannt, Sonnenblumenstauden, Obstbäume, Wiesenblumen, naturnahe Hecken u.v.m.

Wer hier in diesem Blog querliest, weiß, dass ich eine Verfechterin der Ganzjahresfütterung bin. Es wird also ergänzend eine permanent eingerichtete Futterstelle geben mit Erdnüssen, Knödeln und Sonnenblumenkernen.

Auch die Greifvögel sollen nicht zu kurz kommen. Wenn möglich, wird an einer Gartenecke, die an ein Feld anschließt, eine Greifvogelstange aufgestellt, um Bussarden und Falken eine Ansitzmöglichkeit zu geben. Wer weiß, vielleicht reduzieren sie sogar die Wühlmäuse im Garten.