Streifengänse haben einen besonderen Muskelaufbau

Forscher der University of British Columbia haben festgestellt, dass ein ausgeklügelter Muskelaufbau die Streifengänse bei ihrem Zug optimal mit Sauerstoff versorgt.
Die Tiere erreichen auf ihrem anstrengenden Zug zwischen Indien und der Mongolei eine Flughöhe von 9 km, um den Himalaya überqueren zu können. Um die sauerstoffarme Luft optimal nutzen zu können, haben die Gänse einige Methoden entwickelt: eine veränderte Hämoglobin-Variante, um den Sauerstoff besser zu binden, eine erhöhte Atemfrequenz bei Sauerstoffknappheit und eben eine spezialisierte Flugmuskulatur:

  • sauerstoffverwertende Muskelfasern, die dicht an der Muskeloberfläche sitzen;
  • erhöhte Dichte und Anzahl von Blutgefäßen, die die Muskeln versorgt;
  • Mitochindrien, die den Sauerstoff in Energie umwandeln, sammeln sich überdurchschnittlich oft direkt an der Zellmembran.

Dieser Muskelaufbau ermöglicht es den Tieren, die Flugmuskeln optimal mit Sauerstoff zu versorgen.
Doch auch andere Vögel besitzen solch ein ausgeklügeltes System. Es scheint sich hierbei um eine angeborene Anpassung zu handeln und nicht um antrainiertes Können.

Quellen:

http://www.publicaffairs.ubc.ca/media/releases/2009/mr-09-089.html?src=ubcca

http://pressetext.ch/news/090731025/gaense-trotzen-himalaja-dank-perfektem-koerperbau/

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/305778.html

Neuer Vogel entdeckt

Ein seltsamer Singvogel mit “Glatze”, der in einer rauen Region in Laos lebt, wurde während eines von der Minengesellschaft MMG gegründeten und verwalteten Projekts von Wissenschaftlern der Wildlife Conservation Society (WCS) und der Universität Melbourne entdeckt.

Die Art wurde wegen der fehlenden Kopfbefiederung “Bare-faced Bulbul” (Pycnotus hualon) genannt. Es ist das einzige Exemplar von glatzköpfigen Singvögeln auf dem asiatischen Kontinent und die erste neue Spezies der Bülbül – einer Familie, die etwa 130 Arten umfasst -, die seit 100 Jahren in Asien entdeckt wurde. Eine Beschreibung der neuen Art wurde im Juli in “Forktail”, dem Magazin des Oriental Bird Club, veröffentlicht.

“Das ist eine aufregende Nachricht und eine großartige Entdeckung”, sagt Dr. Lincoln, der Koordinator von BirdLife Global Important Bird Area. “Sie hebt die Wichtigkeit dieser Region für Vögel und Biodiversität hervor.”

Der drosselgroße Vogel ist olivgrün gefärbt, hat eine helle Brust, ein markantes federloses rosa Gesicht mit bläulicher Haut um das Auge bis zum Schnabel und einer schmalen Linie haarähnlicher Federn am Kopf.

Der Vogel scheint hauptsächlich auf Bäumen zu leben und wurde in einem spärlich bewaldeten Gebiet mit Kalkstein-Karst gefunden – eine wenig besuchte Region, die für ungewöhnliche Entdeckungen bekannt ist.

“Seine offenkundige Beschränkung auf eine eher unwirtliche Region hilft uns zu erklären, warum solch ein außergewöhnlicher Vogel mit auffälligen Verhalten und einem markanten Rufen so lange Zeit unentdeckt blieb”, sagt Iain Woxvold von der Universitat Melbourne und Autor des Blattes.

Glücklicherweise fällt ein Großteil des vom Bülbül vorgezogenen Lebensraums in die gesetzlich geschützte Region von Laos. Jedoch zeichnet sich die Gewinnung von Kalkstein als eine mögliche Bedrohung der Wildtiere dieser Gegend ab, zusammen mit der Umgestaltung des Landes für landwirtschaftliche Nutzung.

2002 beschrieb Rob Timmins von der WCS mit der Kha-nyou oder Laotische Felsenratte (Laonastes aenigmamus) in derselben Region eine neu entdeckte Art von Nagern, die so ungewöhnlich sind, dass sie als die letzten Überlebenden einer ansonsten ausgestorbenen Gattung gelten.

Credits: WCS, Oriental Bird Club

Quellen:

http://www.birdlife.org/news/news/2009/07/new_bulbul.html

I.A. Woxvold, J. W. Duckworth and R. J. Timmins. 2009. An unusual new bulbul (Passeriformes: Pycnonotidae) from the Limestone karst of Lao PDR. Forktail 25: 1-12.