Das Rotkehlchen

So seh’ ich euch denn all’ entweichen,
Ihr lieben kleinen Sänger, ihr!
Nur du, du zwitscherst in den entlaubten Sträuchen,
Du, Vögelchen mit rothem Kehlchen, mir!

O! fliehe jene schwarzen Beeren,
Die dir der wilde Knabe hängt;
Und könntest du dich ja des Hungers nicht erwehren,
So komm’ zu dem, der wirklich Dich empfängt.

Komm’ du zu mir! Du bist bescheiden,
Und wirst mir nicht beschwerlich sein:
An meinem Tische sollst du keinen Mangel leiden,
Mit voller Hand will ich dir Krümchen streun.

Du sollst umher in Freiheit hüpfen,
Muthwillig nie gejagt von mir:
Frei durch das Labrinth von Tisch und Stühlen schlüpfen;
Ein Tannenreis grün’ auch im Winter dir!

So lang’ die finstern Tage währen,
Soll mich dein stilles Lied erfreun;
Und Deine Munterkeit und Gnügsamkeit mich lehren,
Mit Wenigem, wie du, vergnügt zu sein.

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