Wie man beim Vogelbeobachten im Wohnzimmer kalte Füße bekommt
18 Feb 2012 Hinterlasse einen Kommentar
in Vogelbeobachtung Schlagworte: Birdwatching
Das ist eigentlich ganz einfach:
Man nehme einen recht schönen Morgen Mitte Februar, heize das Wohnzimmer auf gefällige 20°C und stelle das Spektiv ans Fenster, um ein wenig zu beobachten.
Nach einer Weile stelle man fest, dass dort draußen bei so ziemlich jedem Vogel die Frühlingsgefühle ausgebrochen sind.
Um den Gesang besser genießen zu können, öffne man wahlweise das Balkon-, Terassen-, Veranda- oder Wohnzimmerfenster. Daraufhin erinnere man sich wieder, was der Physiklehrer in der Hauptschule gesagt hat: wenn ich den Kühlschrank öffne, bekomme ich immer kalte Füße, weil die kalte Luft nach unten strömt.
Die Physik lässt sich eben auch beim Vogelgucken nicht austricksen
Überfordert…
11 Feb 2012 Hinterlasse einen Kommentar
in Vogelbeobachtung Schlagworte: Amseln, Birdwatching, Heidenheim/Brenz, mein Hausgebiet
Heute war so ein Tag, an dem man sich als Beobachter etwas überfordert fühlt. Das schöne Wetter löst bei den Vögeln wahre Frühlingsgefühle aus, und das Resultat ist: mir schwirrt der Kopf vor lauter umherschwirrenden Federvieh… Kreuz und quer schießen sie dahin, sie alle bleiben nicht mal eine Minute ruhig sitzen, um sich bestimmen zu lassen. Da wird sich geneckt, gejagt und vertrieben, dass es eine wahre Freude ist.
Am einfachsten sind in dieser Zeit die Amseln, die aus jedem nur erdenklichen Eck kommen. Zielstrebig, niedrig und in perfekt gerader Linie schießen sie wie kleine schwarze Raketen über die Straße. Mal drei hintereinander, mal schnurstracks auf die Fütterung zu, dann wieder in den Baum zurück. Die erkennt man auch von weitem 
(Leider wird dieses Verhalten den Tieren gerne zum Verhängnis. Erst gestern mittag habe ich auf dem Nachhauseweg bremsen müssen, um so einen Tiefflieger nicht mit dem Auto abzuschießen. Glücklicherweise fuhr ich Schritt und keiner war hinter mir. Ich bringe es eben nicht übers Herz, in solchen Situationen nicht zu bremsen.)
Nur das Zählen wird schwierig. Die schwarzen Gesellen alle im Blick zu behalten und sich zu merken, wohin nun die eine geflogen ist und woher die andere kommt, ist manchmal frustrierend. Schließlich will man doppelt gezählte Amseln vermeiden. Das Ergebnis: gefühlt waren 30 Amseln unterwegs, “sicher” waren es nur sechs Tiere, wahrscheinlich sind es aber doch ein paar mehr und vermutlich stehe ich morgen früh wieder mit Brummschädel am Spektiv..
Immer diese Schwärme!
28 Jan 2012 Hinterlasse einen Kommentar
in Vogelbeobachtung Schlagworte: Birdwatching, Grünfink, Kernbeißer, mein Hausgebiet
Heute, 9.00 Uhr. Mal ausnahmsweise früh aufgestanden.
“Früher” hab ich mir erstmal Kaffee gemacht und eine Stunde im Internet gesurft.
Heute hab ich mir erstmal Kaffee gemacht und eine Stunde durchs Spektiv geguckt. Das ist viel erfüllender.
Draußen dicke Schneedecke, auch auf den Zweigen. Mit dem weißen Wald im Hintergrund kann man die Vögelchen auch als kurzsichtigen Maulwurf, wie ich es bin, erkennen. Ich habe festgestellt, dass meine Brille die Objekte verkleinert. Das harte Los der Kurzsichtigen dabei: wenn man ohne Brille guckt, sieht man durchs Spektiv besser und größer, aber wenn man ohne Spektiv guckt, sieht man nichts.
Die frühe Stunde brachte die üblichen zwei Türkentauben, die den Baum vor unserem Wohnzimmerfenster seit Jahr und Tag als Brutplatz benutzen. Ihr Gurren und Huhen gehört zu jedem Wochenende. Es sind schöne Tiere, finde ich. Sie symbolisieren den Frieden, haben eine interessante Braun-Beige-Farbe und gucken immer so sanftmütig aus der Federwäsche. Ganz besonders drollig sind sie, wenn sie auf der Straße herumdackeln und Kieselsteine aus den Kanaldeckeln holen. Leider sind sie ein wenig begriffstutzig, wenn Autos hernnahen. Sie fliegen kurz vor knapp auf. Ich selbst musste schon mehrmals wegen den beiden verlangsamen.
Inzwischen kenne ich mein Hausgebiet recht gut. Ich weiß, wo die interessantesten Vögel sitzen: auf den Bäumen, die am weitesten entfernt von meinem Beobachtungspunkt stehen. Luftlinie: 100-120 m Entfernung. Vogelgucken ist dann ein lustiges Ratespiel. Das Spektiv jedoch ist sein Geld wert: es bildet Farben prächtig ab, und so kann man die meisten Vögel, die größer als eine Meise sind, gut erkennen, und ein Umzug 100 Meter weiter ist unnötig.
Heute jedoch könnte ich mich wieder ärgern: ein riesiger Schwarm Irgendwas sitzt in den Birken da hinten. Bergfinken wurden für meine Heimatstadt gemeldet, aber die schwirren immer nur auf der anderen Seite des Berges, auf dem ich wohne, herum.
Brille rauf, Brille runter. Mit Brille sind die Vögel schärfer, aber kleiner und farbloser. Ohne Brille sind sie größer, aber verschwommener, egal wie fein ich den Fokus einstelle.
Irgendwann dann erkenne ich einige Mitglieder der lustigen Gesellschaft, die da zwischen drei Bäumen immer hin und herfliegt. Der finstere Gesichtsausdruck und die olivgrünen Farben sind unverkennbar: Grünfinken.
Aber das da? Das ist keiner. Der ist rot (mit Brille). Rotbraun (ohne Brille). Dreht mir den Rücken zu, ist riesengroß, ein richtiger Schlägerkerl im Vergleich zu den grünen Gesellen. Aber zu weit weg, um Details auszumachen.
Dann noch was lustiges: grüngelb. Aber der Schnabel passt nicht zum Grünfink. Er ist länger. Fragezeichen stehen über meinem Hausdach. Es fliegt weg und eine schwarze Stirnplatte ist erkennbar. Ein Erlenzeisig? Mit zwanzig Fragezeichen dahinter. ICh sehe den Vogel nicht wieder.
In der Tanne vor dem Fenster treiben sich die üblichen Verdächtigen herum.
Eine Türkentaube huht die andere verführerisch an, dann nesteln sich beide nah an den Stamm auf der anderen Seite heran und ich darf schöne Schwanzfedern bewundern, die auf und ab wippen.
Ganz oben wedelt ein Kohlmeisenmännchen mit den Flügeln und tschilpt ein Weibchen unter ihm an. Ein paar Etagen weiter unten im Geäst turnen Tannen- und Blaumeise.
Ich mag diesen Baum. Hoffentlich sägen sie ihn nicht ab wie seine fünf anderen Freunde, die neben ihm standen. Wir haben jetzt zwar mehr Licht im Zimmer, aber dafür weniger Vögel vor dem Fenster.
Mal wieder nach DEM SCHWARM schauen. Er ist ein bisschen näher gerückt, zu den Bäumen, die nur 100 m weit entfernt sind. Eindeutig Grünfinken. Noch ein Buchfink ist dabei. Ein Kommen und Gehen ist das. Mindestens 16 Tiere, vermutlich sind es einige mehr, verteilt in der ganzen Straße. Teile des Trupps trennen sich und spielen Reise nach Jerusalem auf Vögelisch.
Dann mit einem Mal, WOMM! landet der dicke Kerl wie eine Tupolev im Schwarm der Grünlinge. Rotbraun, dunkler Kinnfleck, Stiernacken, alles klar: ein Kernbeißer hat sich dem Schwarm angeschlossen. Der dünne Birkenzweig biegt sich bedenklich nach unten, ein paar der Grünen sind panisch abgehauen, aber der Rest akzeptiert den Vogel.
Nach einer Stunde ist das meiste Spektakel vorbei. Eine einsame Rabenkrähe zieht noch ihre Bahn. Sie ist der letzte Eintrag fürs erste.
Türkentaube 2
Kohlmeise 5
Amsel 4
Grünling min. 16
Buchfink 3
Blaumeise 1
Tannenmeise 1
Kernbeißer 1
Rabenkrähe 1
Unbestimmt:
Erlenzeisig
Dompfaff
Vermisst habe ich heute:
Elster
Kleiber
Rotkehlchen
Sumpfmeise
Stieglitz
Gäste aus dem Norden
26 Jan 2012 Hinterlasse einen Kommentar
in Neuigkeiten, Vogelbeobachtung Schlagworte: Bergfinken, Heidenheim/Brenz
Südwest-Presse: Schwärme von Bergfinken kreisen über Heidenheim
Mal abgesehen davon, dass in dem Artikel zeitweise Berg- mit Buchfinken durcheinandergebracht werden: ja, auch über unserem Haus schwirren diese Gesellen herum, wenn auch nur ein winzig kleiner Teil des Riesenschwarmes. Morgen schaue ich in unseren Garten in Heuchlingen, ob auch dort die Bergfinken angekommen sind. Vorletztes Jahr haben sie unser Futterhaus frequentiert und auch für die Kamera posiert
Vogelbeobachtung 21.01.2012
21 Jan 2012 1 Kommentar
in Vogelbeobachtung Schlagworte: Birdwatching, mein Hausgebiet
Zu Neujahr habe ich mir u.a. vorgenommen, wieder öfter und regelmäßiger Vögel zu gucken und diese Beobachtungen auch zu teilen: in ornitho.de, auf naturgucker.de und hier auf meinem Blog werde ich meine atemberaubenden Ergebnisse dann der interessierten Öffentlichkeit präsentieren
Besonders im Winter ist das Gucken ja recht einfach: die Bäume haben kein Laub, der “Hintergrund” ist eintönig graubraun, und die Vögel sind schon aus der Ferne zu erkennen. Mein “Hausgebiet” ist in der Tat mein Hausgebiet: Aus dem Wohnzimmerfenster im dritten Stock schweift der Blick durch das neue Spektiv ungehindert über die Dächer des Wohngebietes, das zu meinem Füßen liegt – naja, fast ungehindert, denn im Vorgarten des Mehrparteienhauses stehen zwei Tannen, die manchmal doch stören (ähem). Missen möchte ich sie trotzdem nicht, denn sie sind beliebtes Ausflugsziel einer ganzen Reihe von Vogelarten.
Vor Wind und Wetter geschützt also hier meine heutigen höchst spektakulären Beobachtungen
Gebiet: mein Hausgebiet in 89522 Heidenheim
Zeitraum: Sa., 21.01.2012 14:00-15:10 Uhr
Wetter: bedeckt, leichter Wind
Temperatur: +3°C, Tauwetter
sonstiges: geschlossene Schneedecke
Amsel 4
Stieglitz min. 10
Grünling min. 15
Kernbeißer 1
Haussperling 1 (der erste, den ich in diesem Gebiet endlich entdecken konnte)
Kohlmeise 2
Rabenkrähe 4 (überfliegend)
Haubenmeise 1
Buchfink 1
Blaumeise 1
Unsichere Bestimmungen gibt es auch, die ich natürlich nicht auf den Datenbanken melde:
Turmfalke - flog zu weit weg, um sicher bestimmt zu werden
Elster - sollte eigentlich einfach sein, aber sie flog ebenfalls sehr weit weg, so dass eine Verwechslung mit den ebenfalls hier ansässigen Türkentauben nicht auszuschließen war *hüstel*




